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VORSICHT
Dies ist ein Nächstes-mal-anders Geburtsbericht – bitte überlege dir genau, ob du den lesen möchtest.
Man kann daraus viel lernen – aber jeder reagiert anders …

 

 

Mein Geburtsbericht (wie ich denke, durchaus geeignet für Erstgebärende  ):
Vorab: Klein-Schnuffi kam ET+10, und das, wo ich sooooo lange auf Wehen, Blasensprung etc. gewartet habe. Der kleine Mann hat sich ordentlich Zeit gelassen.
Bei den Untersuchungen beim Frauenarzt hieß es immer, er wäre 1 Woche zu klein, also habe ich den ET gedanklich sowieso schon um eine Woche nach hinten verschoben.

 

HEBAMMENKREIßSAAL

Ich wollte gern im Hebammenkreißsaal entbinden, also habe ich mich informiert und auch nette Gespräche geführt. Da Junior aber so lange über Termin war, wurde dann eine Untersuchung im KH getan und siehe da, plötzlich hatte er einen riesen Kopf und soll knapp 4 kg wiegen! Schock, schwer Not!  Leider ist bei 4 kg beim Hebammenkreißsaal Schluss, sodass ich leider mit Arzt entbinden musste.

 

OBERÄRZTIN

Die zuständige Oberärztin wollte dann ein klärendes Gespräch mit mir führen zwecks Einleitung. Es kamen dann so Sprüche wie: keine Wehen könnte ja auch bedeuten, dass er gar nicht durchs Becken passt, sprich Kaiserschnitt. Mit diesem Gedanken sollte ich mich mal befassen. A***lecken! Das war sowieso eine blöde Kuh! Sie meinte dann, sie würde sofort einleiten wollen, weil er ja so schwer wäre, sonst käme ich um einen Kaiserschnitt überhaupt nicht drumrum. Ich sagte ihr, das ginge heute nicht, erst ab morgen früh, da dann mein Freund Urlaub hat und jetzt niemand da wäre, der die Hunde betreut. „Mama, was ist wichtiger, Kind oder Hunde?“ Ich dachte, ich höre nicht richtig. „Die Hunde sind auch meine Kinder! Und dem Baby gehts gut, also kann ich auch noch bis morgen warten!“ So eine blöde Kuh! Eigentlich wollte ich ja überhaupt nicht einleiten, aber er war nun schon auch ein paar Tage über der einen Woche und eben so groß, sodass ich Angst hatte, er würde tatsächlich nicht durchs Becken passen, also hab ich einer Einleitung mit Tabletten zugestimmt. Allerdings musste ich dafür den ganzen Tag schon im KH bleiben, weil mir die Tabletten geviertelt alle 4 Stunden verabreicht wurden, bis sich eben was tut. So hatte ich das nicht geplant, ich wollte, wenn möglich, eine ambulante Geburt, sprich mit Wehen rein, Kind raus und ab nach Hause. Mist!

 

EINLEITUNG

Mittwoch morgens hab ich dann die erste viertel Tablette bekommen. Nichts tat sich. Ich habe immer schön mit ihm gesprochen, ihn auch gefühlt, versucht, ihn mental vorzubereiten, soweit ich mir das vorstellen konnte. Die nächste viertel Tablette dann mittags. Nichts. Ich rief meinen Freund an, er möge mich nachmittags bitte besuchen kommen. Tat er. Beim Spaziergang fingen die ersten leicht schmerzhaften Wehen an. Er blieb bis zum frühen Abend, nichts passierte. Ich bekam die nächste viertel Tablette und machte einen ordentlichen Spaziergang um das KH, die Wehen wurden stärker und schmerzhafter. Ich freute mich wie blöde! Abends um 21 Uhr die letzte viertel Tablette, da waren die Wehen allerdings schon sehr schmerzhaft, aber es tat sich noch nicht viel. Ich war gedanklich immer bei meinem Sohn und ich bildete mir ein, er wäre nun mit der Geburt einverstanden. Dann wurden die Schmerzen sehr stark, ich fragte nach einem Schmerzmittel. Die Hebammen klemmten mich an einen Tropf, der allerdings gar nicht wirkte. Eigentlich wollte ich die Geburt ohne Schmerzmittel ausstehen, doch ich weiß, wann ich an meine Grenzen komme durch meine Regelschmerzen. Also hab ich nach Schmerzmittel verlangt, leider. Nachdem ich immer mehr Schmerzen hatte und auch die Wehen regelmäßig in kurzen Abständen kamen, wurde ich in einem Rollstuhl zum Kreißsaal gefahren. Welch Überraschung, Frau Oberärztin ist da. Hurra! Ihr Spruch: „Ich weiß, sie wollten es ohne uns tun, aber da kommen Sie nun nicht drumrum.“ Hätte ich keine Wehen gehabt, hätte ich ihr eine geschallert!
Ich quälte mich einige Stunden mit Wehen und Erbrechen, rief meinen Freund zur Unterstützung an, da die Hebamme dort meinte, es dauert wohl nicht mehr lange. Bereitwillig ließ ich natürlich auch die Hebammenschülerinnen an mich ran, ich bin da ja nicht so.

 

PDA

Dann nachts gegen 2 Uhr verlangte ich nach einer PDA, obwohl ich Angst vor dem Eingriff in meinen Rücken hatte. Ich habe aber so viele negative Berichte über die Meptit-Spritze gehört, dass ich lieber die PDA wollte. Nicht noch einmal! Lieber die Spritze! Gegen 4 wurde ich dann von den Schmerzen erlöst, alle Frauen auf der Station hatten nämlich nach einer PDA geschrien und ich war die letzte in der Reihe. Die PDA wirkte, ich bekam wehenfördernde Mittel. Wir hatten dann noch ein wenig Spaß mit den Anästesiten, die mir die PDA legten und ich war froh um diese Pause, die leider nur 2 Stunden anhielt, dann merkte ich die Wehen wieder auf der rechten Seite, die linke war taub. Gegen 7 hielt ich es nicht mehr aus und es wurde nachgespritzt, ohne Wirkung. Im Gegenteil, die PDA hörte gänzlich auf zu wirken.

 

FRUCHTBLASE

 

Das nächste lustige Erlebnis war, als die Hebammenschülerin noch einmal die Fruchtblase tasten wollte. Es kam eine Wehe, wir hörten einen Knall, sie zog rasch die Hand raus und – platsch – war sie von oben bis unten nass! Was haben wir gelacht. 
Dann, nach weiteren Wehen, meinte die Hebamme zu mir, ich solle jetzt anfangen zu pressen. Da ich es nicht besser wusste, presste ich. Sie wollte natürlich die Schwerkraft nutzen und ließ mich hinknien, aber aufrecht wurde mir immer schlecht, sodass ich so nur 2 Wehen durchhielt. Die Oberärztin kam rein und fragte die Hebamme nach dem Stand der Dinge. Das Köpfchen war noch nicht ganz ins Becken gerutscht, aber die Presswehen wären schon da. „Da darf sie noch nicht pressen, erst, wenn der Kopf drin ist! Hören Sie, Sie pressen jetzt nicht mehr!“ Hä? Ich hatte Presswehen, ich merkte sie. Aber gut, ich presste nicht mehr laut, aber leise. Mit jedem Ausatmen drückte ich, und ich merkte, wie der kleine Mann sich auf den Weg machte. Ein tolles Gefühl! Unbeschreiblich schön! Trotz der ganzen Schmerzen habe ich immer ein sehr glückliches Gefühl gehabt. Dann endlich war der Kopf weiter unten und ich durfte wieder pressen. Die ganze Zeit hatte ich die Augen zu und verlangte von meinem Freund nur Wasser und Waschlappen, der arme Kerl, er hätte mir gern mit allem zur Seite gestanden.

 

KURZ DAVOR


Sohnefratz lag vorm Loch, aber ich hab ihn nicht rausdrücken können. Ich versuchte alles, aber er kam einfach nicht raus. 30 Stunden wach, 12 Stunden Wehen, ich war am Ende. Da meinte die Hebamme zu meinem Freund: „Hier sehen Sie mal das Köpfchen, er hat ganz feine blonde Haare.“ Ich erschrak, man sieht schon den Kopf und er kommt nicht raus? Nun aber rasch! Ich nahm alle Kraft zusammen und presste, was das Zeug hielt. Ich hörte was von Dammschnitt – Zack, da hatte ich ihn auch schon. Ich presste, so gut ich konnte. Ich merkte, es tat sich endlich was da unten. Der Kopf musste schon draußen sein, so fühlte es sich an. Ich drückte und hielt die Luft an, so lange ich konnte. Und schwupps – da kam er rausgeschossen. Wie eine Rakete! Er fand die Geburt allerdings so scheiße, dass er mich sofort beim Rauskommen angekackt hat.  Ich war noch etwas irritiert über das Gefühl und das Aussehen des Kindes, da rief mir die Hebamme schon zu: „Na machen Sie den Bauch frei!“ Oh, da war ja was, richtig!  Bauch frei und der kleine Mann sah mich mit seinen riesigen blauen Augen an. Ich hatte das Gefühl, ich müsste weinen, aber ich war so fertig, dass ich das nicht konnte. Um 9.47 Uhr am Donnerstag, den 15.08.2013, war er endlich da, unser Sohn. 4150 g und 54 cm, Kopfumfang 38,5 cm. Da haben alle gestaunt, dass er damit durchs Becken kam.
Die Hebamme meinte zu mir, anhand der Käseschmiere hätte er wohl noch ein paar Tage gekonnt. Da habe ich mich wieder total geärgert, dass ich habe einleiten lassen. Das passiert mir nicht nochmal. Aufgrund der PDA musste ich dann noch 24 Stunden im KH bleiben. Nix mit ambulante Geburt. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

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